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Zwangsarbeit für Nürnberg

Zwangsarbeit im Steinbruch des Konzentrationslagers Flossenbürg, o.J. Bildnachweis: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Die Ursprünge des nationalsozialistischen Systems der Konzentrationslager gehen auf das Jahr 1933 zurück. Ein Jahr später übernimmt die SS die Herrschaft über die rund 70 KZ, die nach dem Reichstagsbrand eingerichtet wurden. Sie werden Theodor Eicke, dem Kommandanten des KZ Dachau, unterstellt, der sie durch wenige Großlager nach dem Muster von Dachau ersetzt. In den von ihm geleiteten Lagern herrschen härteste Lebensbedingungen. Die "Disziplinar- und Strafordnung" enthält ein abgestuftes System von Strafen, das von der öffentlichen Prügelstrafe bis zur Todesstrafe reicht. Die Außenbewachung übernehmen bewaffnete SS-Einheiten, die ab 1936 den Namen "Totenkopfverbände" tragen.

Die Zahl der Häftlinge schwankt stark. Zunächst sind hauptsächlich politische Häftlinge in den Lagern,  ab 1936 werden mehr und mehr Angehörige von Randgruppen und gesellschaftlicher Minderheiten in die KZ gesperrt – Menschen, die sich der NS-Volksgemeinschaft entziehen oder von ihr abgesondert werden sollen.

Während des Krieges breitet sich das KZ-System mit neuen Außen- und Nebenlagern wie ein Geschwür über das deutsch besetzte Europa aus. Seine Funktion ändert sich dramatisch: Zur Isolierung der Häftlinge unter schwersten Haftbedingungen kommt ihre maximale Ausbeutung für die Rüstungsindustrie. Daneben entstehen neue Lagertypen, vor allem die reinen Vernichtungslager und die Zwangsarbeitslager für Juden zur "Vernichtung durch Arbeit".

Im Januar 1945 befinden sich mehr als 700.000 Menschen fast aller europäischen Nationalitäten in den regulären KZ – demgegenüber waren es im Jahr 1939 21 500 Inhaftierte fast ausnahmslos deutscher oder österreichischer Herkunft. Infolge der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ist die Todesrate extrem hoch.

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